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Eine Toleranz nach Orwells Geschmack

Für manche Parteigänger der zionistischen Sekte scheint das Wort „Toleranz“ eine seltsame, ja widersprüchliche Bedeutung zu haben. Sie halten es für selbstverständlich, die Toleranz weltweit zu fördern, indem sie unaufhörlich an den Holocaust erinnern, diesen Begriff für sich wie eine „Trade Mark“ in Anspruch nehmen – und in diesem Zusammenhang Geld einwerben.

Zum Beispiel ist das Simon Wiesenthal Zentrum (SWC) dem Zweck gewidmet, „die Erinnerung an den Holocaust durch die Förderung der Toleranz wach zu halten“. Zu diesem Zweck betreibt das Zentrum das „Museum der Toleranz“.

Im „Museum der Toleranz“ betreibt das SWC das „Point of View Diner“, stilsicher ausgestattet mit roten Vinyl-Sitzen und silberfarbenen „Jukeboxen“. Retro sozusagen. Nur James Dean fehlt. Zur Toleranz trägt auch der Verkauf von Waren (auf kaufmännisch: Marketing und Merchandising) bei. Das SWC verkauft im „online store“ und in seinem Geschäft u. a . silberne Leuchter (made in Israel – „Shiny“ für $ 225 oder „Supra“ für $ 380). T-Shirts ($ 12,95) und Kaffeebecher ($ 4) mit der Aufschrift MOT (Museum Of Tolerance) sind auch zu haben. Dazu kommen auch CDs (mit Musik des angeblich jüdischen schwarzafrikanischen Volkes von Uganda, $ 18) und DVD (u.a. „Die Kunst der Erinnerung: das Leben des Simon Wiesenthal“, $ 39,95, oder „Genocide“ erzählt von Elizabeth Taylor, CD $ 19,95/DVD $ 24,95).

An dieser Stelle bitte ich um Aufklärung, worum es sich bei dieser Toleranz handelt. Ist es Toleranz im klassischen Sinne: Duldung abweichender Überzeugungen? Oder ist es möglicherweise eine spezifisch geschaffene, selbsterfundene Form der Toleranz?

Diese Frage ist wichtig, da jede und jeder wahrscheinlich wissen möchte, ob wir in einer aufgeklärten Gesellschaft leben, in der Meinungsfreiheit herrscht, oder ob nach Lust und Laune ausgewählte Andersdenkende doch verurteilt werden dürfen.

Seit dem sechszehnten Jahrhundert ist niemand wegen Ketzerei verbrannt worden. Damals reichte es, die Existenz Gottes anzuzweifeln oder in England unter der Regierung von Königin Mary Protestant zu sein. Heute wäre so etwas in einem entwickelten Land unvorstellbar.

Oder doch nicht? Es gibt in einer Handvoll Länder Gesetze, die, obgleich die Wirkung nicht tödlich ist (was manche vielleicht bedauerlich finden), genauso primitiv wirken. Wenn man gegen diese Gesetz verstößt, indem man eine abweichende Meinung äußert, ist es fast als ob man im Mittelalter Gott angezweifelt hätte. Es herrscht also nur eine stark eingeschränkte Meinungsfreiheit.

Das Simon Wiesenthal Zentrum unterhält eine regelrechte Propagandaabteilung, um missliebige Darstellungen zu kontern, und betreibt eine Art privaten Nachrichtendienst. Stolz unterrichtet uns dieser darüber, dass „während der letzten sieben Jahre Zehntausende Namen von Menschen, die an Völkermord, an Verbrechen gegen die Menschlichkeit oder an Kriegsverbrechen teilgenommen haben, an das Bundesministerium für Sozialordnung gemeldet worden sind, um die Streichung der Ruhegehälter von solchen Individuen zu erleichtern“. In diesem Zusammenhang seien kürzlich die Ruhegehälter fünf Pensionierter gestrichen worden.

Die Denunziation Tausender, damit fünf alten Leuten die Pension genommen wird, scheint mit dem Bekenntnis zu dieser spezifischen „Toleranz“ nicht im Widerspruch zu stehen. Wie wir längst in allen Lebensmittelläden zur Kenntnis nehmen mussten, werden viele Wörter euphemistisch benützt. Und wie der Fisch kann auch die Vergeltung – Entschuldigung: die Toleranz – „frisch-tiefgefroren“ sein. Es wäre auch geradezu kleinlich, hier das tägliche Entgegenkommen Israels den Palästinenser gegenüber als Ausdruck dieser Toleranz anzuführen.

Auf der vom SWC jährlich produzierten CD-ROM erfahren wir, dass eine Sammlung von Unterschriften gegen den iranischen Präsidenten von dem Direktor der SWC-eigenen „Internationalen Kampfgruppe gegen Hass“ (International Task Force Against Hate) höchstpersönlich der UNO überreicht worden ist. (Hier verdienen sich offenbar eine Menge auf dem Arbeitsmarkt schwer vermittelbare Leute ihren Lebensunterhalt. Warum bloß hat Merkel nicht an die Bildung solcher „Kampfgruppen gegen Hass“ als Mittel gegen die Arbeitslosigkeit gedacht?)

Besonders vorteilhaft für das SWC sind wahrscheinlich die „major gift opportunities“ (bedeutende Geschenkgelegenheiten) von $ 25.000 bis $ 1 Million, durch die man die Mission der Toleranz unterstützen kann. Zur Zeit trommelt das SWC, um 150 Millionen Dollar für ein neu zu schaffendes „Zentrum der menschlichen Würde“ in Jerusalem zusammenzubringen. Unweit des Standorts dieses zukünftigen Protzprojekts quälen sich palästinensische Kinder ohne frisches Wasser durch den Tag.

Gerard Menuhin