Menuhin und wie er die Welt sieht
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Eine ganz normale Demo?

Berlin Alexanderplatz, 28. Januar 2007, 15 Uhr

Ein ganz normaler (?) Aufruf:

„Irans Präsident Ahmadinedschad plant den Massenmord. Die ‚Holocaust – Konferenz‘ in Teheran ist Teil seiner Vorbereitung. Die Entwicklung von Atombomben und Raketen bedroht auch Europa. Der Vergleich mit den gefährlichsten Verbrechern der Weltgeschichte ist zutreffend. Demokraten dürfen nicht schweigen.“

Dazu ein ganz normales (?) Plakat:

Klar, Sie denken: Das ist ja voll übertrieben, so was gibt’s ja gar nicht! Da hat sich der Menuhin wieder was ausgedacht. Irrtum! Diese unglaublich krasse Kampagne betreiben nämlich ganz im Ernst der Verein „I Like Israel“ und seine Unterstützer. Von ihnen stammen der zitierte Aufruf und das Plakat.

Wer ist wirklich „der gefährlichste Politiker unserer Zeit“?

Oy Veh! Einige stellen sich wieder vor, bedroht zu sein (oder geben vor, sich bedroht zu fühlen) – also ist die ganze Welt bedroht. Einmal mehr zeigt sich, vermischt mit einer Dosis Paranoia, die absurde Selbstüberschätzung und Arroganz der Zionisten. Sie verwechseln ständig die Anliegen normaler Bürger überall auf der Welt und ihre zionistische Sache. Nun wollen sie uns sogar davon überzeugen, dass der Iran uns alle bedroht. Dazu muss wieder einmal Auschwitz herhalten – uns schlägt die geballte Macht der Dummdreistigkeit entgegen.

Niemand im Iran plant einen „Massenmord“. Aus diesem Land droht offensichtlich keine Gefahr. Es besitzt keine Atomwaffen und hat auch keinen Anlass, solche zu benützen. Es besteht nur die „gefühlte“ Notwendigkeit Israels, die iranischen Nuklearanlagen zu vernichten, um die einzige Atommacht im Nahen Osten zu bleiben.

Trotzdem stimmt die Behauptung durchaus: „Die Entwicklung von Atombomben und Raketen bedroht auch Europa.“ Nur sind es die „Mini-Atombomben“, die angeblich von israelischen Kriegschiffen (geschenkte deutsche U-Boote?) auf die iranischen Nuklearanlagen gefeuert werden sollen. Das könnte eine Terrorwelle auslösen, die Europa tatsächlich bedroht. Wenn USrael den Iran grundlos angreift, wird der Iran sich im Rahmen seiner Möglichkeiten zu verteidigen suchen. Dann wird möglicherweise der ganze Nahe Osten in Flammen aufgehen.

Die künstliche Bangemacherei am 28. Januar soll die üblichen Umerzogenen und „Gesichtzeiger“ auf Trab bringen. Was aber Verbände wie „Gaywest“ („Wie fördert man eigentlich Homosexualität?“) mit den „Motorradschwestern Berlin“ („Unser Prinzip lautet: Gemeinsam Motorradfahren, aus Spaß an der Freud“) verbindet, kann keiner so richtig verstehen. Aber beide sind als Unterstützer der Demo eingetragen und anscheinend bereit, sich dazu benützen zu lassen, bei dieser Gelegenheit mit eher traditionellen zionistischen Milizen und anderen professionellen Netzwerken der Angstmacherei mitzuhopsen¹. Einmal eingeschaltet, werden diese irregeleiteten Niedrigwattbirnen mit peinlichen Schlagwörtern bedeckt in Reihen antreten. Zu einer „Großdemonstration“, wie sie vollmundig angekündigt ist, wird es aber trotzdem nicht reichen. Zu deutlich handelt es sich um die psychologische Vorbereitung des USraelischen Angriffs auf den Iran, den Bush unbedingt durchführen will, bevor er aus dem Amt scheidet.

Kriegspropaganda in Reinkultur

Die Demo auf dem Alexanderplatz soll uns – das von etablierten Politikern und Zionisten verachtete Volk – mit Lügen von der Notwendigkeit eines Angriffs der USraelischen Kräfte auf den Iran überzeugen und uns in Stimmung bringen. So haben Kriegsbefürworter immer ihre Propaganda betrieben. Auch vor vier Jahren, als uns der Krieg gegen den Irak mit demselben „Argument“ – „Massenvernichtungswaffen“ – schmackhaft gemacht werden sollte.

Schlucken wir so etwas noch? Trotz Meinungsmafia – sind wir noch so dumm? Nein! Diesmal dürfen „die Demokraten“, die echten, nicht schweigen!

Gerard Menuhin

¹ Zu den weiteren Unterstützern der Demo gehören u. a.:
Bnei Brit Düsseldorf
Bundesverband Jüdischer Studenten Deutschland (BJSD)
Chaverim - Freundschaft mit Israel e.V.
Christen an der Seite Israels e.V.
Deutsch-Israelische Gesellschaft
Freundeskreis Israel
Honestly Concerned
Initiative gegen Antisemitismus
Initiative Verteidigt Israel
Keren Hayessod - Vereinigte Israel Aktion e.V.
Lauder Stiftung Berlin
Liberales Forum Leipzig
Makkabi Deutschland e.V.
Pro-Israel-Initiative „never again“
Raoul Wallenberg Loge Berlin
SPD Berlin Kreisverband Friedrichshain-Kreuzberg
Zionistische Organisation Deutschland (ZOD)