Menuhin und wie er die Welt sieht
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Endlich angekommen

Bis vor einigen Wochen bezweifelte ich, ob ich durch meine Kolumnen etwas bewegt hatte. Es stimmt, ich bekam und bekomme immer sehr freundliche, anerkennende Briefe und Nachrichten. Und schätze diese natürlich sehr! Ich bin jedem Deutschen dankbar, der meine Bemühungen versteht und unterstützt. Aber irgend etwas fehlte.

Jetzt weiß ich, was es war. Es war die vor Wut schäumende Reaktion von Menschen, die sich anscheinend nicht zu beherrschen wissen. Wer sind sie? Es sind nach meinen bisherigen Erfahrungen entweder Zionisten oder armselige „bekehrte“ Deutsche.

Und warum reagieren sie so? Wenn man mich als Irrsinnigen, als jüdischen Selbsthasser, als Nazi – Sie kennen die üblichen Beschimpfungen – bezeichnet statt mich zur Debatte aufzufordern, heißt das nur: Ich habe die Zielscheibe getroffen. Man ist erst angekommen, wenn man von der Springer-Presse und allerlei Broders, Morgensterns oder wie sie sonst heißen mögen beleidigt wird. Ich sehe darin eine Bestätigung. Die Wahrheit schmerzt nun einmal. Und weil meine Gegner den Dialog nicht beherrschen, halten sie es wie ein paar halbstarke Schüler und schreien das Gegenüber gellend an.

Wenn mir von Journalisten, die über keine juristischen Kenntnisse verfügen, mit der Justiz gedroht wird (so geschehen im Online-Tagebuch von Henryk M. Broders „publizistischem Netzwerk“ namens „Die Achse des Guten“ – www.achgut.de), dann weiß ich, dass alle Vernunft längst verschwunden ist. Wer ist dann der Verrückte?

Oder wird man inzwischen schon strafrechtlich verfolgt, nur weil man der Meinung ist, bestimmte zionistische Kreise hätten zu viel Einfluss? Wenn das der Fall wäre, dann wäre das der schlagende Beweis, dass sie tatsächlich zu viel Einfluss haben. Das Berliner Mahnmal ist ja vielleicht nur eine Fata Morgana...

Einige dieser Leute denken, man dürfe sie nicht tadeln. Es gehöre sich nicht. Sie stehen über der Kritik. Sie sind nicht gewöhnt, Woche für Woche unbequeme Wahrheiten zu lesen. Anstatt sich insgeheim zu überlegen, ob ich nicht vielleicht doch Recht habe, verteidigen sie sich vehement. Und jedermann weiß, die beste Verteidigung ist der Angriff. Was der Menuhin schreibt, ist doch Lüge, es ist Unsinn - oder nicht? Ob meine Argumente, die auf Tatsachen beruhen, doch stärker sind, als ihre von Kindheit an erlernten Dogmen?

Ich bin bei weitem nicht der einzige Jude mit Meinungen, wie sie in dieser Kolumne zum Ausdruck kommen - aber ich bin einer der wenigen, der diese Meinungen in aller Öffentlichkeit vertritt. Und die meisten dieser wenigen sind von den Vergangenheitsbewältigern an den Rand gedrängt, soweit wie möglich unterdrückt oder ausgeschaltet worden. Gerade weil sie genau die Informationen liefern, die gegenwärtig gefragt sind, sind sie nur durch Nachforschung zu finden.

Weiterer Beweis dafür, dass ich einen neuralgischen Punkt getroffen habe, ist der Mangel an Humor. Ich sehe es aber anders. Die Lage Deutschlands sowie die der ganzen Welt ist so tragisch und die Gründe dafür so offensichtlich und so völlig unnötig, dass man nur lächeln kann, wenn man merkt, wie die Verantwortlichen mit Händen und Füßen gegen diese Wahrheiten kämpfen. Ihre Sicht ist offenbar aus Not auf einige Zentimeter verkürzt, sie drehen gewissermaßen mit einem Sack über dem Kopf am immer gleichen Rad, nur um ihre lächerliche Propaganda zu verbreiten.

Man könnte meinen, eine Internetseite „Die Achse des Guten“ zu nennen, sei hochgradig anmaßend und arrogant, aber es ist eigentlich vor allem peinlich. Diese Menschen benehmen sich wie eine blinde Narrentruppe auf offener Bühne. Irgendwann werden sie möglicherweise über den Rand fallen und sich den Hals brechen. Politisch gesehen, versteht sich. Aber bis dahin haben sie Unterhaltungswert.

Gerard Menuhin