Menuhin und wie er die Welt sieht
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I. New Deal

In der National-Zeitung Nr. 4/2006 las ich einen Beitrag über die zerbröckelnde Infrastruktur Deutschlands. Allein die dringend nötige Sanierung des Straßennetzes würde 25 Milliarden Euro kosten. In derselben Ausgabe wurde auch reportiert, warum angeblich die Gelder fehlen, um die Quedlinburg, deutsches Kulturerbe, zu restaurieren. Das Geld, das früher der Glückspirale („Die Lotterie, die Gutes tut“) entstammte, wird für andere Zwecke eingesetzt. Dabei ist bekannt, dass zur Zeit die Lotterien in ganz Europa steigende Umsätze verzeichnen.

Warum gebe ich diese Meldungen wieder? Weil sie eine nicht allzu schwierige, aber effektive Maßnahme gegen das Problem der grassierenden Arbeitslosigkeit nahe legen, für die Bund und Länder den Schlüssel in der Hand halten. Man muss nicht Roosevelts „New Deal“ vor Augen haben, um dies zu verstehen. Noch nicht kapiert, Frau Merkel?

Also, ich buchstabiere: Man nehme ein Schulgebäude, man nehme zwanzig Arbeitslose aus der Baubranche, man nehme einen Teil der Gewinne der staatlichen Lotterien, Spielbanken und Sportwettanbieter – noch gibt es ja das staatliche Glücksspielmonopol. Das ergibt: ein saniertes Schulgebäude und zwanzig Arbeitslose weniger, dazu neue Konsumenten, stolze Bürger … Und die Geldquelle sprudelt weiter. Es reicht auch noch, um jungen Leuten die Ausbildung zu finanzieren und damit dem Mangel an Fachkräften zu begegnen.

Aber halt, fast hätte ich es vergessen: Die Deutschen müssen ja akzeptieren, dass sie nicht unbedingt zuerst an der Reihe sind. Und außerdem gibt es Wichtigeres zu tun. Man muss sich über die russische Gaspipeline beschweren (obwohl man nichts dagegen tun kann, der Vertrag ist nun einmal unterschrieben) oder den Iran belehren und brüskieren (wobei man doch nur den Befehlen der USA folgt) oder sich gegenüber dem Koalitionspartner profilieren …

II. Wenn der Fisch vom Kopfe her stinkt

Deutschland hat zwei Hauptstädte, wobei es sich kaum mehr die eine geschichtliche, echte leisten kann. Nun droht die Föderalismusreform. Ich weiß, dass sich die National-Zeitung für die Bewahrung der derzeitigen bundesstaatlichen Ordnung stark macht. Aber stellt sich nicht angesichts dessen, was in Berlin Kanzler ist, die Frage, wie man die gefährlichen Machenschaften auf Bundesebene halbwegs neutralisieren kann? Die Bundespolitik hat jeden Bezug zu den Bürgern verloren. Das spricht dafür, Länder und Gemeinden zu stärken. Sie sind näher am Bürger. Mir ist klar, dass der deutsche Nationalstaat seit 1871 trotz aller Katastrophen eine Erfolgsgeschichte war. Aber was jetzt, 2006, in Berlin regiert, sprengt jeden Rahmen. Damit verglichen funktionierte Deutschland sogar besser, als es noch aus Kleinstaaten bestand. Nicht umsonst stellten schon die preußischen Staatsminister Freiherr vom Stein und Fürst Hardenberg, als Deutschland unter der napoleonischen Fremdherrschaft ächzte, die Gemeinden und ihre Selbstverwaltung in den Mittelpunkt ihrer Reformen. Wenn der Fisch vom Kopfe her stinkt, muss die Rettung von anderswo kommen. Man wird die Bundesregierung nicht daran hindern können, „weltpolitisch“ zu denken, Bush zu hofieren, Putin mit Nichtachtung zu strafen, auf einen Zusammenprall der Kulturen hinzuarbeiten. Aber man sollte sie daran hindern, weltpolitisch zu agieren. Dafür darf schlicht kein Geld da sein. Denn es würde restlos für nützliche Projekte eingesetzt. Frau Merkel, ihr Außen- und ihr Verteidigungsminister könnten sich dann lange über den Iran oder über Israel unterhalten, da drohen und dort einen Kratzfuß machen. Aber es würde keinen mehr interessieren. Die Bürger würden die Herrschaft über sich und ihr Leben wieder übernehmen anstatt hilflos die Folgen arroganter Einmischungen in die innenpolitischen Angelegenheiten anderer Nationen abwarten zu müssen.

III. Gestraft genug

Es ist an der Zeit, dass ich mich für meine Unduldsamkeit bei jenen entschuldige, die aus meiner Sicht in Irrtümern befangen sind, die ihr Leben verpassen, die auf das falsche Pferd setzen. Ich meine diejenigen, die stets gehorsam gegenüber Amerika sind; die immer unterwürfig gegenüber der EU sind; die stets auf das vermeintlich so kritische Ausland schielen, bevor sie eine Entscheidung zugunsten Deutschlands treffen; die die Deutschen Billiglöhnern aussetzen; die die lügengespickte „Wehrmachtausstellung“ in den Himmel lobten; die die Alliierten noch als „Befreier“ betrachten; die es vorziehen, ihre eigenen Vorfahren zu verachten, statt jenen, die Deutschland unter Einsatz ihres Lebens verteidigt haben, ein ehrendes Angedenken zu bewahren; die bereit sind, obwohl Deutschland pleite ist, auf einen Wink jede Menge Mahnmale, Dokumentationszentren und sonstigen Vergangenheitsbewältigungswahnsinn mit öffentlichen Geldern zu bezahlen; die, wie die Merkel so schön sagt, „grundsätzlich für die Anliegen Israels eintreten“ – statt für diejenigen Deutschlands; die als unwissende, umerzogene Jugendliche zu „Antifa“-Gruppen gehören und kretinistische Selbstbeleidigungen auskotzen wie „Bomber Harris Do it Again!“ oder „No Tears for Krauts“; die letztendlich bemüht sind, Deutschland das deutsche Wesen auszutreiben.

All jene bitte ich um Verzeihung für meine Taktlosigkeit; sie sind doch gestraft genug! Wie werden sie sich im Greisenalter fühlen? Werden sie es nicht bereuen, ihr Leben für einen Feldzug gegen ihr eigenes Land verschwendet zu haben? An ihrer Stelle würde ich mich kaum trauen, einem deutschen Arbeitslosen in die Augen zu schauen. An ihrer Stelle würde ich mich nicht aus dem Dienstwagen trauen. Ja, es kann nicht angenehm sein!

PS: Mag sein, dass ich aus der Sicht mancher Zionisten einen Störfaktor darstelle. Jedenfalls wird meine E-Post-Adresse seit Monaten mit verseuchten Nachrichten – bisher 27 – bombardiert. Dem oder den Übeltätern rate ich, ein eigenes Leben zu führen. Statt auf den PC-Bildschirm mehr in die Ferne zu schauen. Er soll seinen schwarzen Hut anziehen und herausgehen, wenn ihn der Sonnenschein und die frische Luft nicht gleich umbringt. Vielleicht sollte er die Straße vor seinem Kaninchenbau fegen. Etwas Nützliches tun. Das hebt das Selbstgefühl. Ich sage das aus Mitleid. Wenn er weiteren Rat braucht, kann er mir eine normale, anständige Nachricht schicken.

Gerard Menuhin