Menuhin und wie er die Welt sieht
info@gerard-menuhin.de

No-Go-Areas für Politiker?
Was sie in den „neuen Ländern“ fürchten

Zunächst war von so genannten „No-Go-Areas“ oder „Angsträumen“ in Bezug auf Dunkelhäutige die Rede. Doch dann haben die Stützen der politischen Korrektheit bemerkt, dass im Mittelpunkt auch dieser Debatte sie selbst stehen müssen. Sie sind es jetzt angeblich, die aufgrund der von ihnen abgegebenen Kommentare in Lebensgefahr geraten könnten, wenn sie bestimmte Orte betreten würden. Grünen-Fraktionschefin Renate Künast – nicht nur nicht dunkelhäutig, sondern blass – kann die „No-Go-Area“-These des früheren Regierungssprechers Uwe-Karsten Heye nachvollziehen. Erstaunlicherweise jedoch in eigener Sache: „Es gibt auch Ecken in Berlin, wo ich abends definitiv nicht alleine hingehen würde.“ Wenn ein Politiker eine Geschichte erzählt, hat diese eben immer einen Helden: ihn selbst.

Die üblichen Verdächtigen...

Wie geht es weiter? Man wird sagen, es gebe ein „Gefährdungspotenzial“. Man wird sich einig sein, dass „Politiker sich derzeit noch relativ unbehindert bewegen“ könnten. Grünen-Bundestagsfraktionschef Fritz Huhn wird sagen: „Es hilft mehr, es zu skandalisieren, als immer das Händchen darüber zu halten.“ Petra Pech, Vize-Gehirnsturmführerin der Linkspartei im Bundestag, wird empört von einer absurden Auseinandersetzung sprechen: „Anstatt den Volksvertreter zu verteidigen, bekämpfen sich die Volksvertreter untereinander!“ Der EKD-Ratsvorsitzende wird sagen: „Es gibt Städte in Brandenburg und auch anderswo, wo ich keinem Politiker raten würde hinzugehen.“ Und damit sich auch wirklich alle üblichen Verdächtigen zu Wort melden, wird der bekannte 68er-Bandit Danny der Rote vorschlagen, man solle einfach bunte Transparente aus allen Wohnungsfenstern hängen, um den Besuchspolitikern Mut zu machen. Dann wird der noch zu schaffende Politikerrat (eine dringend benötigte Dachorganisation, die Politiker aller Parteien vertritt und gegen deren „zunehmende Diskriminierung“ kämpft) erklären‚ man wolle Politiker nicht mit einer Karte vor einzelnen Orten warnen, sondern generell vor dem Osten Berlins und den „neuen Ländern“. Und schließlich wird diskret eine Gefahrenzulage für Politiker ins Spiel gebracht werden.

Doch ist es in Mitteldeutschland nicht gefährlicher als sonstwo auf der Welt. Eher ungefährlicher. Das gilt sogar für Politiker, Pseudogutmenschen (das Wort „gut“ ist viel zu gut für sie) und Antifapropagandisten aller Sorten, die sich dort bewegen.

Was droht ihnen maximal? Nun, sie könnten sich dort einsam fühlen. Vor allem wegen des narkotisierenden Effekts ihrer Ausführungen. Tatsächlich kommt den Einwohnern Brandenburgs, Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens schnell das große Gähnen, wenn sie Sprüche wie die der Abgeordneten Claudia Sabber-Schlampe hören. Man weiß ohnehin, dass es bei den Grünen keine Wende in der Bevölkerungspolitik geben wird.

... bringen jeden zum Schnarchen

Erinnert sich noch jemand an den in Leipzig gehaltenen letzten intergalaktischen Langweiligkeitswettkampf, bei dem Politiker wie Herr Heule und Ronald-McDonald Hinterteilala die vordersten Plätze belegt haben? Es ist ihnen gelungen, fast das ganze Publikum mit nur einigen Sätzen zum Thema Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus zum Schnarchen zu bringen. Dabei wollten sie eigentlich nur „Gesicht zeigen“. Denn in Vergessenheit zu geraten ist für einen Politiker wie der Tod. Und das ist ihr wahrer Schrecken, wenn sie sich in Mitteldeutschland zeigen. Nicht Opfer von Gewalttaten zu werden, sondern Opfer der Gleichgültigkeit. Zwischen ihren Ohren bestehen tatsächlich Angsträume, wo der Wind der Ratlosigkeit und des Bangens weht. Ab und zu blitzt darin ein Schwarzweißbild aus dem Jahr 1968 mit dem Wort „Ewigschuld!“ auf. Dann geißeln sie sich, wie der Albino-Mönch im blöden „Sakrileg“-Film.

In Mitteldeutschland hat man für solche Schwächen Toleranz – um ein Lieblingswort der Zionisten zu entleihen. Schuldbesessene Politiker können sich dort selbst auspeitschen und mit englischen Ausdrücken beklagen, so oft und so lange sie wollen. Das friedliche Volk schaut gelangweilt zu.

Gerard Menuhin