Menuhin und wie er die Welt sieht
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Rede und Gegenrede

Zu Recht gibt es neben den Olympischen Spielen die Paralympischen Spiele für Sportler mit einem Handicap, die Deaflympics für Gehörlose und die Special Olympics für Menschen mit kognitiver Behinderung. Und wir bewundern die unter Einschränkungen leidenden Sportler fast noch mehr dafür, wie sie das scheinbar Unmögliche schaffen. Dass es für Behinderte und nicht Behinderte jeweils verschiedene Reglements gibt, ist ganz selbstverständlich.

Aber mit welchem Recht dürfen Menschen, die kein Handicap aufweisen, Sonderregeln in Anspruch nehmen? Der israelische Schriftsteller Etgar Keret hat einmal eine Fernseh-Satire über einen Hundertmeterlauf bei einer Weltmeisterschaft in Deutschland geschrieben, die er so zusammenfasst: „Kurz vor dem Start kommen zwei Israelis zu dem Deutschen, der den Startschuss geben soll, und bitten ihn um einen Gefallen: Ihr Läufer sei so langsam, sagen sie, deshalb solle er ihm doch bitte einen Vorsprung von zehn Metern geben. Der Starter lehnt das natürlich ab, aber sie drängen ihn weiter... Sie erzählen ihm von der Mutter des Athleten, die eigens nach Deutschland gereist sei, obwohl ihr das nach dem Holocaust wirklich nicht leicht gefallen sei. Als der Deutsche sich weiterhin weigert, schreien sie ihn an: ,Haben wir Juden noch nicht genug gelitten? Hast Du denn überhaupt keine Scham? Du Technokrat, du Eichmann‘“ Schließlich gibt ihnen der Starter, wie sollte es anders sein, den Vorsprung.

Auch was ihr Recht auf Palästina betrifft und ihre Annahme, Teil eines auserwählten Volkes zu sein, haben die Zionisten sich immer auf ein Sonderrecht, angeblich basierend auf dem Wort Gottes, berufen. Nicht jedermann ist aber bereit, dieser Argumentation zu folgen. Ich beispielsweise bin einer jener unartigen Juden, die nicht auserwählt sein wollen.

Ich möchte nicht bestreiten, dass die zionistische Sekte tatsächlich etwas ganz Besonderes ist – wenn auch nicht unbedingt in dem von ihr gewünschten Sinn. Es handelt sich auch keineswegs um eine Behinderung, sondern eher um eine geistige Absonderlichkeit. Diese ist auch nicht aufgezwungen, sondern von Zionisten selbst gewählt. Ist doch logisch, könnte man meinen: selbst gewählte Bedingungen für die Erwählten...

Beispielweise wollen Zionisten nicht mit Andersdenkenden debattieren, um bestimmten historischen Gegebenheiten größtmögliche Anerkennung zu verschaffen. Sie verlassen sich lieber auf die Staatsgewalt, die nur die ihnen genehmen Stellungnahmen zulassen soll. Notfalls greifen besonders aggressive Erwählte sogar zu körperlicher Gewalt, was beispielsweise schon mancher Buchhändler in Frankreich erleben musste.

Wenn Otto Normalbürger eine Meinungsverschiedenheit mit einem anderen hat (und wenn sein Gegenüber nicht einer von jenen ist, die gleich das Messer ziehen), wird er seine Meinung vertreten. Rede und Gegenrede. Und wer dabei seine Ansichten nicht belegen kann, mag sich blamieren, soviel und solange er will. Das regelt sich von selbst und wird daher auch seit Jahrhunderten unter allen halbwegs gebildeten Menschen auf der Welt so gehandhabt.

Warum sollten Zionisten spezielle Bedingungen in Anspruch nehmen dürfen? Ich weiß es nicht. Ich habe nie einem von ihnen diese Frage gestellt. Aber wir wissen, dass die Regierungen einer Handvoll europäischer Länder der zionistischen Lobby ihre Wünsche von den Augen ablesen. Inzwischen hat das wahrscheinlich sogar David Irving verstanden.

Gerard Menuhin