Menuhin und wie er die Welt sieht
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Sind die Deutschen etwa weniger findig?

Unlängst habe ich den eigenartigen Toleranz-Begriff des Simon Wiesenthal Zentrums (SWC) und seines „Museums der Toleranz“ (www.museumoftolerance.com) beleuchtet. Diese spezielle Form der „Toleranz“ hat nichts mit Duldung abweichender Auffassungen zu tun (das Gegenteil ist der Fall), umso mehr aber mit rücksichtsloser Durchsetzung zionistischer Interessen. Die Devise lautet: Die Toten dürfen nicht ruhen, damit Lebende profitieren! Von echter Trauer ist kaum ein Hauch zu spüren. Die unverkennbare Botschaft ist nicht Toleranz, sondern eine Drohung an Abweichler und Unbotmäßige.

In den letzten Jahrzehnten haben die Deutschen Unmengen dieser Form der „Toleranz“ schlucken müssen. Und sie haben ihrerseits eine Menge – echte – Toleranz bewiesen. Sie haben das Auferlegen einer ewigen Schuld ebenso erduldet wie die allgemeine Verschwendung von Steuergeldern für weder bedürftige noch der Förderung würdige Einrichtungen und Organisationen. Sie haben Regierungen ertragen, die unfähig sind, ihre Arbeit auszuführen, oder einen solchen Hass auf Deutschland haben, dass sie ihr eigenes Volk mit Bedacht in den Ruin treiben. Wie lange noch?

Warum nicht dem Beispiel des Simon Wiesenthal Zentrums folgen und die Geschichte ein bisschen zweckmäßiger betrachten? Ja, es war schrecklich, es gab Millionen Tapfere, die ihr Leben geopfert haben, um die Heimat und das deutsche Volk zu schützen. Ja, es wurden viele Millionen deutsche Zivilisten Opfer von Vertreibung, Mord, Folter und Vergewaltigung, verübt von den eindringenden Streitkräften. Aber daraus lässt sich doch etwas Geschäftliches machen! Sind die Deutschen etwa nicht so scharfsinnig und weniger findig?

Warum also nicht wie das SWC ein „Museum der Toleranz“ bauen, um hinter dessen Fassade knallhart die eigenen Ziele – chauvinistische oder pekuniäre – zu verfolgen? Warum nicht immer und überall Wörter wie „Toleranz“ benützen, um dahinter Unduldsamkeit und Repression zu verbergen? Im „store“ wären deutsche Volksmusik, Trachten und Meerschaumpfeifen käuflich zu erwerben. Und alle Besucher würden in den „Gedächtnisraum“ geführt, wo stündlich Filme über Grausamkeiten gezeigt und die Betrachter dann mit Erfrischungen aufgerichtet werden.

Warum nicht in einem Raum über Grausamkeiten klagen und gleich nebenan in diesem Zusammenhang Souvenirs verkaufen, während man sich ein Pils hinter die Binde kippt? Die Deutschen müssten sich nur daran gewöhnen. Es gäbe vielleicht sogar Mäzene, die bereit wären, eine kleine Million zu bezahlen, um solche Toleranz zu unterstützen. Ganz bescheidene Denkmäler im Hinterhof des Museums würden erstellt, die nur auf Wunsch der Besucher zu besichtigen wären, um empfindliche deutsche Vergangenheitsbewältiger nicht zu reizen.

Nun im Ernst: All das sollten Sie nicht tun! Vermutlich sind die Deutschen auch zu stolz, um eine Opferhaltung einzunehmen, und erst recht, um daraus Profit zu schlagen. Diese Einstellung ist ebenso altmodisch wie anständig. Aber etwas mehr Gelassenheit statt der typisch deutschen tiefernsten Haltung, die leicht zur dauernden Betroffenheit erstarrt, könnte nicht schaden. Beispielsweise machen sich die Deutschen die Ehrung ihrer im Zweiten Weltkrieg gefallenen, teils auch ermordeten Soldaten und ihrer durch Völkermord und Vertreibung zu Tode gebrachten Landsleute zu schwer. Auf diesem Gebiet sollte man zwar nicht ausgerechnet das SWC nachahmen, das Opfer hemmungslos instrumentalisiert. Aber die Deutschen sollten ruhig dem jüdischen Beispiel ein wenig folgen – das heißt: die Toten beweinen, besingen und ihnen literarisch Kränze flechten.

Wenn es um die Erinnerung an die Toten geht, bestehen also völlig verschiedene Sichtweisen. Auf groteske Weise und wahrscheinlich gegen den Willen der Überlebenden werden manche Opfer ewig ausgenutzt, während anderen ein ehrendes Angedenken verwehrt wird. Während die Welt mit Mahnmalen, Dokumentationszentren, Museen etc. in Bezug auf die einen überschüttet worden ist, sehnen sich andere nach Möglichkeiten, ihre Toten zu ehren.

Und das Wort „Toleranz“ ist nur ein Beispiel für die unzähligen Formen, in denen Begriffe in ihr Gegenteil verkehrt werden, Schlechtes mit wohlklingendem Namen bezeichnet wird.

Gerard Menuhin