Menuhin und wie er die Welt sieht
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Wer wird mit dem Großen Verratskreuz 2007 ausgezeichnet?

Gewiss, es gibt schon die „Big Brother Awards“, die an Organisationen und Personen vergeben werden, die Datenschutz und Privatsphäre besonders stark beeinträchtigen. Oder den „Sprachpanscher des Jahres“ für jene, die im öffentlichen Leben wildes „Denglisch“ verwenden. Aber um das Treiben vieler deutscher Politiker umfassend und in seiner ganzen Pracht zu würdigen, brauchen wir weitere Auszeichnungen.

Am vordringlichsten ist die Stiftung des „Großen Verratskreuzes“ – die ich hiermit vornehme. Als vorläufige Verleihungsrichtlinien erlaube ich mir ad hoc lediglich festzulegen:

1.
Es ist zwischen Otto Normalverräter und wirklich herausragenden Verrätern an deutschen Interessen, an der Wahrheit, am rechten Maß zu unterscheiden.

2.
Es wäre zu einfach, diese hohe Auszeichnung an die Bundeskanzlerin zu verleihen, auch wenn sie eine noch so merkwürdige Lakaieneinstellung gegenüber bestimmten anderen Staaten einnimmt.

3.
M. Friedman, C. Knobloch und desgleichen kommen nicht in Frage, da sie nicht versuchen, ihre Ziele zu verbergen, und es ihnen an Loyalität (wenn auch nicht gegenüber Deutschland) nicht mangelt.

Somit ist das „Große Verratskreuz“ geschaffen. Nun aber zur gar nicht so leicht zu entscheidenden Frage, wen wir damit als erstes dekorieren. Mir kommen spontan folgende Kandidaten in den Sinn:

Frank-Walter Steinmeier – für die unerwartete Bereitschaft, die Bundeswehr überall als (unbezahlte) Söldnertruppe einzusetzen.

Franz Josef Jung – weil er außerstande war, gegen die Nötigung der deutschen Marine durch die israelische Luftwaffe vor der libanesischen Küste zu protestieren.

Wolfgang Tiefensee, weil er gegen den Willen von DB-Chef Mehdorn Holocaust-Ausstellungen auf Bahnhöfen durchsetzte. Es gibt ja sonst keine Museen, Schauen, Mahnmale zu diesem Thema...

Tiefensee-Komplize Jan Philipp Reemtsma, den der Verkehrsminister allen Ernstes zur Realisierung des Bahnhofsprojekts heranziehen wollte („Herr Reemtsma und sein Institut verantworten das Konzept“). Reemtsma hatte bereits die Wehrmachtsausstellung konzipiert, die aufgrund der darin enthaltenen krassen Unwahrheiten zeitweise dichtmachen musste.

CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla – er bekäme selbstverständlich eine Sonderstufe der Auszeichnung, nämlich das „Große Verratskreuz mit Schleim“.

Uwe-Karsten Heye, der Erfinder der „No-Go-Areas“.

Ecki von Klaeden, außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, der sich nicht geniert, Sätze nach folgendem Muster abzusondern: „Zunächst müssen wir die Entscheidung des US-Präsidenten abwarten.“ Nach dem Statement von George Bush, die Hinrichtung Saddams sei „ein Meilenstein auf dem Weg zu einem demokratischen Irak“, erklärte von Klaeden pflichtschuldig, bei dem Prozess gegen Saddam habe es sich keineswegs um Siegerjustiz gehandelt. Aber natürlich nicht, Herr von Klaeden, ich hoffe, sonst fühlen Sie sich wohl.

Volker Kauder, der Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU und sozusagen „der Cheney hinter Merkel“.

Früher hätte man diese Menschen als „Versager“ betrachtet. Man dachte nämlich, sie seien ihren Ämtern nicht gewachsen. Aber sie sind es wohl. Nur verstehen sie ihre große Verantwortung etwas anders, als es vom deutschen Volk erwartet wird und als es das Grundgesetz verlangt. Wenn es Politikern gelingt, aus dem einstigen Land der Dichter, Denker und Erfinder eine Multikulti-Kolonie zu machen, in der Arbeitslosigkeit und Unsicherheit blühen – dann ist das immerhin eine Leistung, wenn auch eine negative. Von Versagern kann also nicht die Rede sein.

Wer hat also im vergangenen Jahr die schändlichste, treuloseste Vorstellung geboten? Wer hat zur Entdeutschung Deutschlands am meisten beigetragen? Oder am krassesten manipuliert? Ich bitte die Leser, mir oder der National-Zeitung ihre Meinung mitzuteilen. Ich komme auf das Ergebnis in den nächsten Wochen in dieser Kolumne zurück!

Der Träger der Auszeichnung erhält via Deutsche Post eine Plastikschachtel mit 30 Kupferlingen (1-Cent-Münzen), eine Flasche süßen Manischevitz-Wein und ein Halskreuz aus Sperrholz am Bande.

Meinen Lesern wünsche ich ein glückliches neues Jahr!

Gerard Menuhin