Menuhin und wie er die Welt sieht
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Wer Politiker werden möchte,
sollte schon deswegen daran gehindert werden!

Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, ich wolle alle Politiker verurteilen, auch die, die gewissenhaft oder jedenfalls aus respektablen Motiven handeln. Trotzdem: Immer mehr und immer weiter entfernen sich die führenden Vertreter der etablierten Parteien vom Volk. Sie verabschieden Gesetze, die dem deutschen Volk nichts nützen oder ihm sogar schaden. Abgeordnete, denen die ungelenken Witze und der Gossenhumor der „Rampensau“ Joschka tatsächlich unverzichtbar sind, stehen offenbar mehr auf mittelmäßige Unterhaltung als auf Debatten um eine vernünftige Leitung des Staates. Wird dann ein Gesetz wie Hartz IV vom Stapel gelassen, wird es zu allem Überfluss noch von einem Haufen Bürokraten umgesetzt, die in Unmengen von Formularen und Erklärungen (die sie oft selber nicht mehr durchblicken) hauptsächlich die Bestätigung der Notwendigkeit ihrer Existenz sehen.

Leider haben sich alle bis jetzt angedachten Lösungen der Politikerfrage als unrealisierbar erwiesen. Da wäre zum Beispiel der Vorschlag, Politiker soweit zu verkleinern, bis sie unter eine Käseglocke passen, um dann das Ganze beobachten und notfalls ein wenig schütteln zu können. Wenn sie dann erschrocken herumrennen und einander fistelstimmig anschreien würden, hätte endlich auch die Bevölkerung ihren Spaß.

Auch der schon seit Jahrzehnten existierende Wunsch, herrschende Politiker auf den Mond oder, besser noch, auf den Mars zu schießen, ist ein Traum geblieben, zumal weder die Ariane- noch die Atlas- noch die Sojus-Rakete genügend Nutzlast hat, um alle oder auch nur die Mehrheit der Kandidaten ins All zu tragen. Mancher wartet deshalb verzweifelt auf größere Raumfahrzeuge. Das ist nach durchaus verbreiteter Meinung der eigentliche Grund, warum das deutsche Raumfahrtbudget und der deutsche ESA-Beitrag gekürzt wurden: Politiker aller Parteien befürchten, sofort nach der Lösung dieses Problems der Erde ihr letztes Adieu sagen zu müssen.

Ich schlage vor, die bisherigen Lenker des deutschen Staatsschiffes mit einem nicht zu kleinen Haufen Bürokraten auf ein ewig reisendes Schiff zu versetzen, wo sie unendlich Gelegenheit haben, ihren Spielchen nachzugehen, Formulare zu erfinden, Gesetze zu verwirren, sich gelegentlich zu bestechen, zu beschimpfen – aber ohne je wieder an Land andocken zu dürfen.

Stellen Sie sich vor: Das mit Politikern und den von ihnen dringend benötigten Bürokraten vollgestopfte Traumschiff ist auf Vergnügungsfahrt. Die Lichter der italienischen Küste scheinen lockend durch die Sommernacht. Leider dürfen diese Passagiere sich nicht mehr dort verlustieren, wie sie es früher gewohnt waren.

Es gibt aber andere Freuden. Das Schiff begegnet ab und zu ähnlichen Luxusdampfern, zum Beispiel Seiner Maßlosigkeit Schiff „EU“, einem mit Algen überwachsenen und mit Käse überbackenen Ungeheuer mit 25 Decks. Im großen Spielsaal des Ozean-Liners hält „EU“-Außenminister Joschka Vorträge über die himmlischen Vorteile einer Multikulti-Gesellschaft. Das vollpensionierte Publikum klatscht und ruft beifällig. Es ist im Vollgefühl seiner Wichtigkeit fast noch zufriedener als früher – so ganz ohne Risiko, vom Volk Kritik einstecken zu müssen. Gleichzeitig findet in einer Kabine mit Seeblick zwischen dem „EU“-Hindukuschbeauftragten Struck, „EU“-Nachrichtendienstkommissar Schily und dem Chef des Unionseinmischungshauptamts, Beckstein, ein wichtiges, hochgeheimes Treffen statt. Die Herren vereinbaren, in jeder Kabine eine Kamera einzubauen sowie alle Telefongespräche zu belauschen.

Aber was taucht da am Horizont auf? Es ist ein im Mittelmeer zur Antisemitismusbekämpfung eingesetztes, von Deutschland geschenktes, mit Nuklearwaffen ausgestattetes israelisches U-Boot. Darin die Spitzen einiger internationaler jüdischer Organisationen mit Sitz in Übersee, deren Einkommen seit dem Abgang führender deutscher Politiker drastisch geschrumpft ist. Ein ehemals einflussreicher Generalsekretär einer solchen Organisation ist dann, ungeachtet des traditionellen friedlichen jüdischen Glaubensbekenntnisses, auf die Idee gekommen, mit dem Erlös einer Sammelaktion dieses U-Boot zu chartern. Vor allem europäische Juden waren verständlicherweise der Hoffnung, sich so auch einige Wichtigtuer und Schnorrer bis auf weiteres vom Leib zu halten, und daher zu großzügigen Spenden bereit.

Unterdessen führen die Bürger ein ungestörtes Leben. Probleme werden meist schon in den Gemeinden angepackt, wo die Steuerzahler die Verwendung jeder Mark (der Euro gilt nur noch an Bord Seiner Maßlosigkeit Schiff „EU“) nachvollziehen können.

Kommen wir zur Realität zurück. Mein geliebter und verehrter Vater sagte manchmal: „Jeder, der Politiker werden möchte, sollte schon deswegen sofort daran gehindert werden.“ Vielleicht ist dieser Schluss zu herb, aber es ist schon etwas dran. Unter den heutigen deutschen Spitzenpolitikern gibt es kaum einen, der eine glaubhafte Lösung der tiefgreifenden Probleme Deutschlands hat und nicht an seine persönliche Befriedigung denkt. Den Gipfel der Unglaubwürdigkeit und Heuchelei haben die Herren Lafontaine und Gysi von der notdürftig getarnten PDSED erreicht, die nichts anzubieten haben als eine Menge Hokuspokus und ihr schlecht kaschiertes Verlangen nach Macht. Sind unsere Gedächtnisse tatsächlich so kurz, dass wir die früheren Machenschaften dieser beiden Herren völlig vergessen hätten? Wieso sollte man solche Menschen wählen? Der Bürger muss Politikern, die den Ernst der Lage nicht erkennen und weiter nur herumbasteln wollen, den Rücken kehren und anderen Wegen folgen.

Gerard Menuhin