Menuhin und wie er die Welt sieht
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Wir haben andere Sitten als diese drei

Noch können Sie es auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes finden, das Lied namens „Deutschland“, das die Außenminister der Bundesrepublik Deutschland und Frankreichs, Steinmeier und Kouchner, am 12. November zusammen mit „Muhabbet“ sangen. Genau genommen: dessen Refrain sie mitdröhnten.

Die erste Strophe beginnt so:

„Wir haben andere Sitten,
ihr habt andere Sitten,
kommt sehn wir uns in die Augen,
sagen die Meinung,
zeigen das wahre Gesicht“

Und im Refrain heißt es:

„Deutschland,
warum verschließt du dich?“

Mittlerweile ist klar: Die Deutschen haben allen Grund, sich den drei Interpreten zu verschließen.

Erst mal foltern?

„Integration durch Musik“ wollten die Außenminister im Studio von „Plak Music“ („das Multikulti-Label“) vorantreiben. Was sie nicht wussten: Bei einer Preisverleihung für einen Film über den Mord am niederländischen Filmregisseur und Islamkritiker Theo van Gogh soll Muhabbet am 20. Oktober gesagt haben, dass van Gogh Glück gehabt habe, dass er so schnell gestorben sei. Wenn es nach ihm, Muhabbet, gegangen wäre, hätte er ihn erst mal in den Keller gesperrt und noch gefoltert. Hinzugefügt haben soll Muhabbet, dass auch die aus Somalia stammende, im Dienst der amerikanischen Neocons stehende Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali den Tod verdient habe. Enthüllt hat dies jetzt die TV-Journalistin Esther Schapira, Trägerin der Buber-Rosenzweig-Medaille der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit.

Muhabbet, der eigentlich Murat Ersen heißt, behauptet nun, er habe lediglich gesagt: „Es gibt Leute, die hätten diesen van Gogh erst in den Keller gesperrt und gefoltert, bevor sie ihn getötet hätten.“

Das Entsetzen ist groß. Haben die Außenminister mit einem „islamistischen Fundamentalisten“ gemeinsame Sache gemacht?

Multikulti-Propaganda

Der französische Medienaußenminister und Kriegstreiber Kouchner („entweder die iranische Atombombe oder Bomben auf den Iran“) und sein deutscher Kollege Steinmeier („Ich plädiere dafür, unsere Hilfe bei der Ausbildung und Ausrüstung der afghanischen Armee auszuweiten“) wollten sich doch nur ein Duett zum Thema Integration leisten. „Für ein weltoffenes und tolerantes Deutschland“ sollte der „Song“ werben, dessen Text von zwei jungen „Deutsch-Türken“ erfunden worden ist. Das „Rhythm and Blues“-Format wurde in unaussprechlicher Form („R’nBesk“) veredelt. Ach, Sie wissen nicht, was das ist? „Ein Stil, der Rhythmus und Blues mit türkischer Arabesk-Musik zu einer neuen Form des Ethno-Rap verknüpft“.

Unabhängig davon, ob der Geistesblitz, der zu dieser Blödheit führte, während eines hochwichtigen Diners oder bei anderer Gelegenheit einschlug, der Zweck ist klar. Es geht darum, die multikulturelle Agenda, den Schmelztiegel zu propagieren.

Nun kennt heute nur noch eine Minderheit der Deutschen zum Beispiel Schuberts Lied vom „Erlkönig“. Und Kouchner steht nicht allein da, wenn er, wovon ich ausgehe, weder „Là-haut, sur la montagne, l’était un vieux chalet“ noch „Il était une bergère, et ron, et ron, petit patapon“ – zwei Kinderlieder – singen kann. Doch bereits an diesen Beispielen sieht man, auf wie verschiedene Weise französische und deutsche Lieder uns berühren. Von dem Multikulti-Eintopf der Herren Steinmeier/Kouchner/Muhabbet kann man nicht behaupten, dass er uns packt.

Dass diese Versuche als Popularitätsmanöver gedacht waren, bleibt wohl niemand verborgen. Dass sie höchst peinlich sind, auch nicht. Der Gipfel der Peinlichkeit aber liegt darin, dass das Lied „Deutschland“ heißt. Gibt es denn keinen Abgrund der Selbsterniedrigung auf den deutsche „Volksvertreter“ nicht sinken würden?

Man hat ja sonst keine Aufgaben

Nachdem klar geworden ist, dass die Menagerie Merkel keines der drängenden Probleme Deutschlands lösen kann, ist es folgerichtig, die Zeit anders zu verbringen als mit der ernsthaften Verwaltung des Landes. Die Parteien der Großen Koalition überwinden ihre Uneinigkeit, um an der Macht zu bleiben. Das ist ihr Hauptanliegen. Die Großen Koalas sind in Wahrheit nur Attrappen und zeigen ihre wahre Kuschelnatur.

Gerade die deutsche Außenpolitik ist längst nicht mehr in deutschen Händen. Also muss sich der deutsche Außenminister nur insoweit darum kümmern, als er den Dirigenten in Washington nicht aus den Augen verlieren darf. Zwischen Reisen und Fernsehauftritten gibt es Momente, die es mit irgendeiner anderen öffentlichkeitswirksamen Tätigkeit zu füllen gilt. Der normale Koalabär frisst Eukalyptusblätter, der Außenminister „singt“. Ob er auch unter der Dusche singt? Ob er überhaupt singen kann? Egal.

Im Oktober enthüllte die französische Tageszeitung „Le Figaro“, dass Frankreichs Präsident Sarkozy schon 1983 vom israelischen Geheimdienst Mossad als Helfer und „vierter Mann“ geworben worden sei. So ist es wahrscheinlich, dass er auch eine Funktion als Mitarbeiter der Zionisten in der Bush-Regierung innehat, weswegen auch der Außenminister Frankreichs nicht allzu beschäftigt ist.

Und vielleicht haben die europäischen Staaten bald ja gar kein Recht mehr auf eine individuelle Außenpolitik. Wenn der neue EU-Vertrag von den Parlamenten gutgeheißen wird, gibt es einen EU-Außenminister in Brüssel. Ob er Steinmeier oder Kouchner heißen könnte, hängt davon ab, ob sie sich bis dahin brav verhalten.

Da der Clown das Scheitern, die Krise und das Chaos liebt, waren die beiden Minister-Tölpel in der Multikulti-Band gut aufgehoben. Wenn sie sich jedoch erhofft hatten, öfters mit Muhabbet auftreten zu können, um ihre Zeit totzuschlagen, so ist es damit jetzt aus. Denn an der Seite eines „Islamisten“ dürfen sie sich natürlich nicht sehen lassen. Eventuell angedachte Auftritte im Zirkus Roncalli, auf Kinderfesten und bei jüdischen Wohlfahrtsorganisationen haben sich erledigt. Ich bin sicher, die Herren werden bald einen neuen Zeitvertreib finden.

Wir normalen Mitteleuropäer

Muhabbet würde Islamkritiker gern gefoltert sehen, Kouchner will Moslems bombardieren, Steinmeier möchte jetzt im Atomkonflikt mit dem Iran den Druck auf die Führung in Teheran erhöhen. Wir normalen Mitteleuropäer wollen nichts von alledem, sondern uns aus diesen Konflikten raushalten, unsere Identität wahren und nach unserer Façon selig werden. Wir haben in der Tat andere Sitten.

Gerard Menuhin