Menuhin und wie er die Welt sieht
info@gerard-menuhin.de


Stellungnahme von Gerard Menuhin
zum Vorgehen des Vorstands der Yehudi Menuhin Stiftung


Sehr geehrte Redaktion!

"Gerard Menuhin, Vorstandsvorsitzender der Yehudi Menuhin Stiftung Deutschland, ist seines Amtes enthoben.“ So heißt es in der offiziellen Verlautbarung der Yehudi Menuhin Stiftung Deutschland vom
12. November 2005. Die Stiftung – 1998 von meinem Vater gegründet – habe zur Kenntnis nehmen müssen, „dass unser Vorstandsvorsitzender Gerard Menuhin, Sohn unseres Stiftungsgründers Yehudi Menuhin, regelmäßig in der ’National-Zeitung’ eine Kolumne verfasst“. Die Yehudi Menuhin Stiftung Deutschland distanziere sich von meinen Äußerungen. Im Umgang mit mir habe nichts auf meine "ideologische Haltung" hingedeutet.

Die wahren Motive hat der Vorstand der Yehudi Menuhin Stiftung in einem Schreiben an mich eingeräumt, das mir am 11. November 2005 zugestellt wurde. Mein Engagement könne „die gesamte Finanzierung des MUS-E Programms und damit die Existenz der Stiftung in Frage stellen. Unterstützer wie Rita Süßmuth, Herman van Veen, Bärbel Schäfer und Professor Edelstein müssten sich zurückziehen.“ Ich habe daraufhin sofort schriftlich meinen Rücktritt als Vorstandsvorsitzender erklärt, so dass es einer "Amtsenthebung" nicht bedurfte.

Die Stiftung hatte Angst, dass man ihr den Geldhahn abdreht. Daher die hysterische Reaktion. Ich hatte das im heutigen Deutschland der permanenten Vergangenheitsbewältigung nicht anders erwartet, wenn auch nach jahrelanger ehrenamtlicher Tätigkeit nicht unbedingt in dieser Form. Menschlich war das ziemlich schlechter Stil. Der Vorwurf, ich hätte eine "ausländerfeindliche Haltung", ist grotesk. Ich bin Jude, habe mehrere Staatsangehörigkeiten - wer, bitteschön, sind da die Ausländer? Meiner Meinung werde ich deswegen nicht untreu werden.

Im übrigen habe ich gerade keine "ideologische Haltung". Ich vertrete, ganz im Stil meines Vaters, praktische Lösungen. Die praktischen Lösungen im Falle Deutschlands entsprechen am ehesten den Vorstellungen der gemässigten, verfassungstreuen Rechten. In der BRD würde daher außer der National-Zeitung wohl keine größere Publikation meine, wie ich glaube, ganz vernünftigen Ideen veröffentlichen.

Mit freundlichen Grüßen

Gerard Menuhin